Höchenschwander Moor
Das Höchenschwander Moor ist ein ehemaliges eiszeitliches Hochmoor, das sich nach dem Torfabbau, der bis in den zweiten Weltkrieg dauerte, zu einem Flachmoor entwickelt und im Volksmund immer noch „Durbe-Moos“ (Torfmoor) genannt wird. Dieses zum Naturschutzgebiet erklärte Feuchtgebiet ist rund zehn Hektar groß und wird vor allem durch Bestände der braunen Segge gekennzeichnet, in denen unter anderem die Stern-Segge, die Hirsen-Segge und die Schnabel-Segge als weitere charakteristische Flachmoorpflanzen auftreten. Zu finden sind auch Pfeifengras, Wollgras, Sumpfveilchen, Trollblume, Orchideen, Sumpfdotterblume, weißer Sumpfhalmfuß, Schaumkraut, Narzissen und etwas Torfmoos. Der wesentliche Grund dieses Gelände als Naturschutzgebiet auszuweisen, ist die Erhaltung und Entwicklung verschiedener Moorgesellschaften, Seggenriede, Feuchtgebüsche sowie Feucht- und Goldhaferwiesen.
Tiefenhäusener Moor
Das Tiefenhäuserner Moor ist ein naturkundliches Kleinod. Es befindet sich rund 1,2 km oberhalb des Ortsteils Tiefenhäusern westlich der B 500 im Gewann „Moos“ auf 920 m Höhe und umfasst eine Fläche von 4,7 Hektar. 1951 wurde es zum Naturschutzgebiet erklärt. Das Moor ist ein kleines eiszeitliches Zungenbecken und von einem Moränenwall umgeben. Es ist ein typisches Hochmoor, das am Rand an manchen Stellen in ein Flachmoor übergeht.
Bei den Pflanzenarten herrscht das Torfmoos, eine Laubmoosart, vor. Die meisten Moorpflanzen wachsen oben weiter, während die unteren Teile absterben und durch den Luftabschluss vertorfen. Dabei bildet sich im Laufe der Zeit eine oft viele Meter dicke Torfschicht. Durch die unterschiedlichen Wachstumszeiten wölbt sich die Moormitte uhrglasartig etwas auf; daher die Bezeichnung „Hoch-Moor“.
In früheren Zeiten – zuletzt während des Weltkrieges 1914/18 und vereinzelt auch bis 1950 – wurde hier von den Bauern Torf gestochen und nach der Trocknung als Heizmaterial oder als Einstreu für das Vieh verwendet. Inzwischen sind diese Torfstich-Stellen wieder so stark verwachsen und von einer Laubmoosdecke überzogen, dass sie kaum noch erkennbar sind. In niederschlagsreichen Jahren sind diese ehemaligen Torfstiche jedoch gefährlich. Die recht dünne Laubmoosdecke quillt auf, so dass man hier leicht einbrechen kann.
Reich und zu allen Jahreszeiten interessant ist das Pflanzenkleid des Moores. Im Frühjahr blühen etwa Rosmarinheide, Knabenkraut, Fieberklee und Moosbeere; die verschiedenen Wollgräser, darunter das Alpenwollgras, breiten ihre zarten weißen Schleier aus.
Im Sommer erblühen Sumpfblutauge, Sumpfherzblatt, Läusekraut, Bärlapp und die Heidekräuter, und in den Randzonen leuchten die dunkelgelben Arnikasterne.
Im Herbst glänzen die roten Moos-, Rausch- und Preiselbeeren von den grasbewachsenen Moorflächen, an deren Rändern die zähen Moorkiefern gedeihen.
Eine Besonderheit ist der „fleischfressende“ Sonnentau, der mit seinen roten Blattrosetten Insekten fängt, um damit nach deren „Verdauung“ seinen Stickstoffbedarf zu decken. Am Ende feiner Drüsenhaare glitzert ein tropfenförmiges klebriges Sekret, das Kleininsekten anlockt und sie nach der Berührung nicht mehr loslässt.
Die Farbenpracht im Moor wird vervollständigt vom satten Gelb der Birken und dem Dunkelgrün der Kiefern und nahen Waldbäume. Die Wasserlöcher – die „Gumpen“ im Moor und die häufigen weißen Nebelschwaden im Frühjahr und Herbst regen leicht die Phantasie an. So gibt es landauf, landab kaum ein Moorgebiet, dem nicht eine Sage zugedacht wird.
"Hier habe an der Stelle des heutigen Tiefenhäuserner Moores einst ein Kloster gestanden, das auf geheimnisvolle Weise über Nacht in der Tiefe versunken sein soll. Seither, so sagt man, gehen dort um Mitternacht drei weißverschleierte Nonnen um, spucken späten Heimkehrern ins Gesicht, ängstigen vorbeikommende Liebespaare und verschwinden dann mit lautem Wehklagen wieder im Moor. Manchmal sehen „Fronfastenkinder“, die also das frühere vierteljährliche Quatemberfasten einhielten, ein weißes Fräulein aus dem Moor emporsteigen, die Straße entlanggehen und wieder verschwinden. Diesen Spuk will auch ein Frachtfuhrmann beobachtet haben."
Bannwald Schwarzahalden – Urwald von morgen
Der größte seiner Art in Baden-Württemberg
Viele Menschen, die dem Stress und der Hektik des Alltags entfliehen wollen, suchen Erholung im Wald. Dabei sind die Ansprüche ganz unterschiedlich: die einen wollen auf gepflegten Wegen in einem aufgeräumten Wald spazieren gehen, die anderen suchen möglichst unberührte, ursprüngliche Natur und nehmen dafür schweißtreibende Märsche auf sich. Jogger und Mountainbiker gehen ihrer Sportart im Wald nach und auch die Kur- und Rehagäste gehen zum Fitnesstraining auf den eigens ausgeschilderten Heilklima-Wanderwegen in den Wald.
Etwas ganz besonders ist aber der Bannwald Schwarzahalden. Er erstreckt sich beiderseits des Schwarzatales in Höhenlagen zwischen 620 und 960 Metern von der Fohrenbacher Mühle über die Leinegg bis kurz unterhalb Schwarzabruck. Mit 276 Hektar ist er der größte Bannwald Baden-Württembergs.
Bannwälder sind Totalreservate. Sie bleiben sich selbst überlassen, es finden keinerlei Eingriffe statt. Durch die Einstellung der Bewirtschaftung wird der Natur freien Lauf gelassen. Wie alle Wälder Mitteleuropas wurde auch der Wald im Schwarzatal seit Jahrhunderten bewirtschaftet. In vielen unzugänglichen Bereichen hat er aber auch seine ursprüngliche, natürliche Struktur beibehalten.
Riesige „Baumleichen“ und bizarre Baumgestalten kann man bestaunen. Der Bannwald Schwarzahalden ist geprägt von steilen Hanglagen und Felspartien, Steinrasseln und Blockschutthalden. Der Steinschutt ist laufend in Bewegung und deshalb vegetationsfrei. An den schattigen Hängen ist die Luftfeuchtigkeit höher. Moose sind dort die Siedlungspioniere. In ihrer humosen Substanz haben sie die Besiedlung der Hasel, Birke, Weißtanne, Fichte, Buche und Ahorn ermöglicht. An warmen und trockenen Hängen klettert die Traubeneiche bis zu 1000 m in die Höhe.
Aber nicht nur die Vegetation ist außergewöhnlich, sondern auch eine vielfältige und seltene Tierwelt! Geschützte Arten wie Insekten, Reptilien und Greifvögeln sind im Bannwald Schwarzahalden zu Hause. Manche Arten sind so kostbar, dass sie während der Brutzeit rund um die Uhr, Tag und Nacht, bewacht werden. Auch die Gams ist im Schwarzatal zu Hause. Allerdings nicht von Natur aus. Sie hat sich vom Feldberg, wo in den 30-er Jahren Gämsen aus den österreichischen Alpen ausgesetzt wurden, ins Schwarzatal durchgeschlagen.
Es lohnt sich also dem Bannwald Schwarzahalden einen Besuch abzustatten. Empfehlenswert ist eine Wanderung ausgehend vom Wanderparkplatz Kreuzstein, über die Lerchenberghütte, den Felsenweg entlang, mit dem grandiosen Blick vom Wasserfelsen über das gesamte Bannwaldgebiet bis nach Strittberg. Planen Sie für diesen Wanderweg ca. 2 Stunden ein.








